Mittwoch, 9. November 2016

Der Mauerfall am 9. November 89 - von Antje Gössel

Hallo liebe Leute,
hier möchte ich Euch eine gute Freundin von mir vorstellen, die Antje aus Eisenach. Ich habe Antje über das Portal Xing kennengelernt und sie ist mir aufgefallen, weil sie dort so schöne Naturfotos über Wildkräuter, Blumen und Bäume veröffentlicht hat. Wir teilen die gleiche Naturverbundenheit und das Interesse an Menschen. Antje arbeitet als systemischer Coach und Unternehmensberaterin. Wer mehr von ihr erfahren möchte, kann ihre Website besuchen (unten der Link!), sie freut sich auf Euren Besuch :-)

Antje hat mich heute angeschrieben, weil sie spontan einen Text geschrieben hatte zum Mauerfall am 9. November 1989. Da sie in der ehemaligen DDR aufgewachsen ist, finde ich ihre Impressionen besonders interessant. Kurzentschlossen habe ich deshalb ihren Beitrag auf meinen Blog eingestellt.
Wer also an ihren Gedanken teilhaben möchte zu diesem besonderen Tag - herzlich willkommen :-)
Euer Ralf

09.11.2016 – 09.11.1989 Und plötzlich war sie weg.....
Ich möchte mit Euch und Ihnen eine Impression und einige meiner Erlebnisse teilen, die mich an den Mauerfall heute vor inzwischen 27 Jahren erinnern. Viele der Wege hätten sich ohne dieses Wunder nicht mit meinem gekreuzt und ich bin immer wieder berührt und dankbar, auch für die, die sich auch in den Ostdeutschen Kirchen im Herbst 89 am Montagabend versammelt und Straßen und mit brennenden Kerzen friedlich demonstriert haben. Freunde waren geflohen, per Antrag oder über Ungarn. Einige riefen bei den Demos "Wir wollen raus", doch mit der Zeit waren die, die riefen "Wir bleiben hier" mehr an der Zahl....

WIR SIND DAS VOLK war der Ruf der friedlichen Revolution der Waffen und Gefahren zum Trotz. Ich fühle mich unwohl, wenn dieser von Menschen für ihre Zwecke heute missbraucht wird. Nie werde ich am 09.11.1989 die Nachrichten über die Reisefreiheit vergessen, die wir heimlich im Wohnheim im HR3 Radio hörten. Ja es gab an der Fachschule für Finanzen der DDR im Herbst 89 noch immer ein „Verbot für Feindsender“ und wenn ein Student erwischt wurde, konnte er exmatrikuliert werden.

Am 11.11.1989 sollte das erste Studienjahr in Politökonomie eine Klausur über den „sterbenden Kapitalismus“ schreiben. Zwei Studienkolleginnen und ich haben einen Streik angezettelt und im Wohnheim Unterschriften gesammelt und die Klausur abgelehnt. schließlich wollten wir an dem Samstag von Gotha „in den Westen“ fahren. Ja wir hatten Angst, dass der eiserne Vorhang wieder zugeht. Die „Fachlehrer -Polit “ waren über unseren Streik fassungslos und drohten uns mit Konsequenzen. Na ja, die meisten haben wir danach nicht mehr gesehen, als unsere Fachrichtung auf BWL umgestellt wurde. Den Stempel für die Grenzpassierung haben wir uns im Faschingskostüm am 11.11.1989 geholt und ich habe es an dem Wochenende tatsächlich bis zum Herkules in Kassel Wilhelmshöhe geschafft. 
 
Auch nach 27 Jahren bin ich immer noch bewegt, wenn ich die Bilder sehe, wenn ich mich darüber unterhalten. Meine irischen Freunde haben mir erzählt, dass auch sie am 09.11.1989 vor dem Fernseher geweint und gefeiert haben, ihnen war klar, dass sie dadurch unabhängiger von England werden. Ich bin dankbar für die Wende, wenngleich mich die aktuelle Situation in unserem Land und global ein bisschen an die Stimmung in den letzten Jahren 80er erinnert. So soll und kann es nicht weitergehen, aber wie? Man spürt, dass die brennenden Fragen global beantwortet werden müssen und auch wieder den Hauch von „Kaltem Krieg, nicht nur mit Russland. Pressefreiheit wird in vielen Ländern immer weiter eingeschränkt. 
 
Nun ist der 9.11. heute 2016 --- wieder historisch, Amerika hat einen Milliardär zu seinem Präsidenten gewählt, der einen Mauerbau zu Mexiko angekündigt hat. Auch wir wissen 27 Jahre später nicht, wohin das führt. Genauso wenig, wie die Menschen in der DDR 1989 wussten, wohin sie der Weg nach dem Beitritt zur BRD führen würde. Für mich ist und bleibt dieser Tag positiv...ein Tag der Freiheit und ich freue mich, so nah an der ehemaligen Grenze zu leben und diese ungehindert unzählige Male einfach so zu überqueren, beruflich und privat. Viele Begegnungen und Freundschaften wären ohne den Mauerfall nicht möglich gewesen, die ganze Entwicklung und die Selbständigkeit. So kommt es, dass ich jedes Jahr am 09.11. dankbar dem Mauerfall und den vergessenen Helden der friedlichen Revolution gedenke und manchmal mit noch mit Freunden mit einem Glas Rotkäppchen Sekt anstoße. Für mich bleibt der Herbst 1989 eines der größten Wunder, die ich erleben durfte.

c Antje Gössel, Eisenach www.antje-goessel.de

 


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Hallo liebe Leute,
herzlich willkommen auf meinem Blog. Ich bin hauptberuflich im Sozialen Bereich beschäftigt und "nebenbei" als Autor, Blogger und You Tuber tätig. Mich interessiert alles, was mit Natur, Psychologie, Gesundheit, Spiritualität und persönlicher Entwicklung zu tun hat. Kurz - alles was irgendwie hilfreich und wohltuend für Menschen ist :-) 

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Viele liebe Grüße von Ralf

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