Die Fundgrube des Glücks :-)
Oder:
Die schönsten Weisheitsgeschichten und Gedichte!                                  

Präsentiert von Ralf Kellmereit

Hallo liebe Leute,
hier präsentiere ich euch meine Lieblingsgeschichten und Gedichte. Sie sind eine wundervolle Quelle der Weisheit und Inspiration, eben eine Fundgrube des Glücks!

Die meisten habe ich im Netz gefunden, leider oft auch ohne Autorenangabe. Rechtlich ist das kein Problem, da alte Volksweisheiten und Geschichten von jedermann auch ohne Nennung zitiert werden dürfen. Da ich aber sehr neugierig bin - bin ich für jeden Hinweis dankbar, um Autorenangaben zu ergänzen. Wer eine Lücke zu schließen weiß, schreibe mich bitte an.

Und natürlich freue ich mich sehr, wenn ich diese schöne Sammlung ergänzen kann. Wer also eine wunderbare Geschichte auf Lager hat - bitte schickt sie mir.

And now: pour yourself a glass of wine, lean back in your favorite armchair and enjoy the stories :-)


Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnung für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich, das nennt man  “Authentisch-Sein”.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, wie sehr es jemanden beschämt,
ihm meine Wünsche aufzuzwingen,
obwohl ich wusste, dass weder die Zeit reif,
noch der Mensch dazu bereit war,
auch wenn ich selbst dieser Mensch war.
Heute weiß, das nennt man  “Selbstachtung”.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen,
und konnte sehen, dass alles um mich herum
eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man  “Reife”.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist
– von da konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich, das nennt sich  “Selbstachtung”.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben
und ich habe aufgehört,
weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.

Heute mache ich nur das,
was mir Spaß und Freude bereitet,
was ich liebe und mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man  “Ehrlichkeit”.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit
was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von allem, das mich immer wieder hinunterzog,
weg von mir selbst. Anfangs nannte ich das “gesunden Egoismus”,
aber heute weiß ich, das ist “Selbstliebe”.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt, das nennt man “Einfach-Sein”.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann,
als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner,
diese Verbindung nenne ich heute “Herzensweisheit”.

Wir brauchen uns nicht weiter
vor Auseinandersetzungen, Konflikten und Problemen
mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich, das ist das Leben!
(Charlie Chaplin an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959)




Der Indianer und die Wölfe
Ein alter Indianer saß mit seinem Enkel am Feuer und sprach: In mir wütet ein Kampf! Es ist eine Auseinandersetzung zwischen zwei Wölfen, die in meinem Herzen wohnen. Der eine Wolf ist böse, er besteht aus Wut, Eifersucht, Habgier,Groll und Lügen. Der andere Wolf ist gut, er ist Freude, Friede, Liebe, Hoffnung, Demut und Mitgefühl. In jedem Menschen wütet der Kampf! Der Enkel dachte über die Worte nach und fragte dann: Welcher Wolf wird gewinnen? Der alte Indianer sagte: Der, den du fütterst.
(Alte Indianergeschichte)



Alles ist gut, so wie es ist
Ein Kalif schickte jährlich seinen Großwesir zu einem Meister, damit er dort Weisheiten für das Staatsgeschäft lerne. Als der Großwesir wieder einmal von einem Meister zurückgekommen war, fragte ihn der Kalif: „Nun, sage, was hast du diesmal gelernt?“ Der Großwesir sagte: „Alles ist gut, so wie es ist.“ „Nun gut“, entgegnete der Kalif, „und was hast du noch gelernt?“ „Alles ist gut, so wie es ist!“ Der Kalif war verärgert, für eine solche Sache so viel Geld ausgegeben zu haben, und rief den Barbier, um sich rasieren zu lassen. Der Barbier rasierte den Kalifen, und weil der Kalif noch so verärgert war, schnitt er ihn in die rechte Wange. 

„Nun“, rief der Kalif zum Großwesir, „Ist das etwa auch gut, was da passiert?“ „Alles ist gut, so wie es ist“, sagte der Großwesir. Vor lauter Zorn ließ der Kalif den Großwesir ins Gefängnis werfen und machte sich auf seinen Jagdausflug. Er ritt immer weiter in das Land, bis er sich verirrte und in das Land der Menschenfresser kam. Diese fingen ihn und setzten ihn in einen Topf mit Wasser. Während sie das Feuer unter dem Topf schürten, sahen sie seine Schnittwunde, holten ihn heraus und jagten ihn mit Schimpf und Schande davon. Denn Menschenfresser essen bekanntlich nur makelloses Fleisch. Zuhause angekommen holte der Kalif sofort seinen Großwesir aus dem Gefängnis und bat ihn um Entschuldigung. „Du hattest recht“, sagte er, „es war gut, dass der Barbier mich geschnitten hat, sonst wäre ich jetzt nicht mehr am Leben. Aber dass ich dich ins Gefängnis geworfen habe – das war doch nicht gut, oder?“

 „Alles ist gut, so wie es ist“, sagte der Großwesir. „Mach mich nicht wahnsinnig“, antwortete der Kalif, „warum denn das schon wieder?“ „Nun“, schmunzelte der Großwesir, „wenn du mich nicht ins Gefängnis geworfen hättest, wäre ich mit dir geritten und mich hätten die Menschenfresser gefressen, denn ich bin makellos.                                                 

"In uns ist eine Kraft"
Tief unten im Meer, unsichtbar für die Augen der Menschen,
lag unter einer Seeanemone eine alte Auster mit ihrem kleinen Enkel. Sie hatten eine weite Reise hinter sich, und nun waren sie müde und ruhten sich aus. Der kleine Biwak war bald wieder munter, und es war ihm zu langweilig so ruhig dazuliegen.

„Großmutter", sagte er deshalb, „bitte erzähle mir eine Geschichte." Dann rückte er näher zu ihr.
Aber es war seltsam, die Großmutter regte sich gar nicht -
und auf einmal hörte Biwak, dass sie stöhnte.

„Großmutter", fragte Biwak ängstlich, „was ist denn, was hast du denn?"
„Das Sandkorn, Biwak, es ist ein Sandkorn, mach dir keine Sorgen, es wird bald wieder besser", sagte die Großmutter leise. Biwak aber machte sich Sorgen.

Als es ihr besser ging begann die Großmutter zu erzählen:
„Du weißt, dass wir zur Familie der Biwaansterne gehören, deshalb hast du auch den Namen Biwak bekommen. Wir sind etwas ganz Besonderes, wir sind Perlmuscheln. Wir haben eine Kraft in uns, die keine andere Muschel hat." Das ist unser Reichtum und unser Schmerz zugleich.

„Wenn wir Muscheln uns öffnen, um Nahrung zu holen oder um all die Schönheiten des Lebens zu sehen, zu entdecken, kann es geschehen, dass trotz all unserer Vorsicht ein Sandkorn in unser Haus gelangt. Und weil unser Körper so weich und verletzlich ist, tut das sehr weh, denn ein Sandkorn gräbt sich tief ein und verletzt uns.

„Großmutter", sagte Biwak ganz entsetzt, „dann mach ich mein Haus nicht mehr auf."
Die Großmutter sah ihn zärtlich an. „Das geht nicht. Wenn du dein Haus zulässt, verhungerst du, du stirbst langsam aber sicher hinter deiner dicken Schale." „Dann spuck ich das Sandkorn einfach aus", sagte Biwak heftig.

Auch das geht nicht", sagte die Großmutter. „Das Sandkorn werden wir nie wieder los. Aber in uns ist eine wunderbare und geheimnisvolle Kraft am Werk, die aus dem Sandkorn eine Perle werden lassen kann.

Und je länger wir das Sandkorn in uns tragen,
desto schöner wird die Perle, die daraus entsteht.
Sie trägt immer mehr die Farbe deines Hauses,
dein eigenes Leben spiegelt sich darin,
es wird deine Perle, wie nur du sie hervorbringen kannst
und es gibt keine Perle, die der anderen gleicht."

Biwak staunte. „Großmutter, bitte zeig mir deine Perle, ich möchte sie so gerne sehen."
 „Das geht nicht", antwortete die Großmutter, erst wenn wir tot sind, wird sichtbar, was in uns gewachsen ist, wie reich unser Leben war, wie viele Sandkörner zu Perlen werden konnten." „Aber Großmutter, dann nützt es doch gar nichts, wenn wir Perlen in uns haben, die niemand sieht, die nur weh tun."

„Ja, so habe ich auch gedacht", sagte die Großmutter
„als ich so klein war wie du. Und niemand kann es erklären.
Aber ich glaube, dass eine Muschel, die die Schmerzen der
Sandkörner ausgehalten hat, eine wertvolle Muschel ist, deren Leben Sinn hat. Wenn wir keine Perle in uns tragen, bleibt unser Leben arm und leer. Wenn wir Schmerzen vermeiden wollen, können wir nicht den Reichtum und die Schönheit des Lebens entdecken. Und - wer selber Schmerzen litt, der wird zu den anderen Geschöpfen liebevoller und barmherziger sein. Ich habe das oft erlebt.

Wünsch dir nicht, kleiner Biwak, dass kein Sandkorn in dich dringt.
Öffne dein Haus weit, freu dich an allem, was das Leben dir schenkt und für dich bereit hält. Und wenn der Schmerz in dich dringt, dann nimm ihn an. Vertrau darauf, dass er sich verwandeln wird in eine kostbare Perle.

Eine Perle, die auch dann noch bleibt, wenn unser Körper längst vergangen ist – Perlen, die in uns wachsen, sind unsterblich."


Gutes im Herzen behalten
Zwei Freunde wanderten durch die Wüste. Während der Wanderung kam es zu einem Streit und der eine schlug dem anderen im Affekt ins Gesicht.
Der Geschlagene war gekränkt. Ohne ein Wort zu sagen, kniete er nieder und schrieb folgende Worte in den Sand: "Heute hat mich mein bester Freund ins Gesicht geschlagen."
Sie setzten ihre Wanderung fort und kamen bald darauf zu einer Oase. Dort beschlossen sie beide, ein Bad zu nehmen. Der Freund, der geschlagen worden war, blieb auf einmal im Schlamm stecken und drohte zu ertrinken. Aber sein Freund rettete ihn buchstäblich in letzter Minute.

Nachdem sich der Freund, der fast ertrunken war, wieder erholt hatte, nahm er einen Stein und ritzte folgende Worte hinein: "Heute hat mein bester Freund mir das Leben gerettet."
Der Freund, der den anderen geschlagen und auch gerettet hatte, fragte erstaunt: "Als ich dich gekränkt hatte, hast du deinen Satz nur in den Sand geschrieben, aber nun ritzt du die Worte in einen Stein. Warum?"

Der andere Freund antwortete: "Wenn uns jemand gekränkt oder beleidigt hat, sollten wir es in den Sand Schreiben, damit der Wind des Verzeihens es wieder auslöschen kann. Aber wenn jemand etwas tut, was für uns gut ist, dann können wir das in einen Stein gravieren, damit kein Wind es jemals löschen kann."
(Autor unbekannt)



Was ist Leben ?
Ein Mann kam zum Meister. „Herr, ich brauche deinen Rat. Ich bin ein reicher Mann, aber alle wollen mir nur Böses. Das Leben ist ein Kampf.“
„Höre auf zu kämpfen.“ lautete die Antwort des Alten.
Der Mann konnte mit dieser Antwort nichts anfangen. Er war wütend und stapfte davon. In den folgenden Monaten kämpfte er mit jedem, der sich ihm näherte und machte sich viele Feinde. Vollkommen erschöpft kam er nach einem Jahr wieder.
„Ach Herr, ich mag nicht mehr kämpfen. Das Leben wiegt so schwer – es ist eine Last.“

„Erleichtere dich von dem Gewicht.“ lautete die Antwort.
Der Mann war wieder verärgert angesichts dieser Antwort, die er nicht verstand und ging. In dem folgenden Jahr verlor er alles Hab und Gut. Seine Frau verließ ihn und nahm die Kinder mit. Vollkommen mittellos kam er zum Meister.
„Herr, das Leben ist keine Last mehr, denn ich habe alles verloren. Das Leben ist ein Elend.“

„Höre auf zu leiden.“
Diesmal war der Mann nur traurig über die Antwort, die ihm nicht weiterhalf. Er ging nicht weit, sondern blieb am Fuße des Berges sitzen, auf dem der Meister wohnte. Er weinte und weinte – tagelang, wochenlang, monatelang. Nachdem keine einzige Träne mehr in ihm war, hob er den Blick. Es war ein früher Morgen und die Sonne ging gerade auf. Er stand auf und ging zum Meister.
Diesmal fragte er den Alten „Herr, was ist das Leben?“
Der Meister lächelte liebevoll und sagte zu ihm: „Eine aufgehende Sonne an einem neuen Tag.“
(Autorin Tania Konnerth)




Die Weisheit
Vor langer Zeit überlegten die Götter, dass es sehr schlecht wäre, wenn die Menschen die Weisheit des Universums finden würden, bevor sie tatsächlich reif genug dafür wären. Also entschieden die Götter, die Weisheit des Universums so lange an einem Ort zu verstecken, wo die Menschen sie solange nicht finden würden, bis sie reif genug sein würden.

Einer der Götter schlug vor, die Weisheit auf dem höchsten Berg der Erde zu verstecken. Aber schnell erkannten die Götter, dass der Mensch bald alle Berge erklimmen würde und die Weisheit dort nicht sicher genug versteckt wäre. Ein anderer schlug vor, die Weisheit an der tiefsten Stelle im Meer zu verstecken. Aber auch dort sahen die Götter die Gefahr, dass die Menschen die Weisheit zu früh finden würden.

Dann äußerte der weiseste aller Götter seinen Vorschlag: „Ich weiß, was zu tun ist. Lasst uns die Weisheit des Universums im Menschen selbst verstecken. Er wird dort erst dann danach suchen, wenn er reif genug ist, denn er muss dazu den Weg in sein Inneres gehen.“
Die anderen Götter waren von diesem Vorschlag begeistert und so versteckten sie die Weisheit des Universums im Menschen selbst.
(Autor unbekannt)




Die 7 Weltwunder
Eine Schulklasse wurde gebeten zu notieren, welches für sie die Sieben Weltwunder wären.
Folgende Rangliste kam zustande:
1. Pyramiden von Gizeh
2. Taj Mahal
3. Grand Canyon
4. Panamakanal
5. Empire State Building
6. St. Peters Dom im Vatikan
7. Grosse Mauer China

Die Lehrerin merkte beim Einsammeln der Resultate, dass eine Schülerin noch am Arbeiten war.
Deshalb fragte sie die junge Frau, ob sie Probleme mit ihrer Liste hätte.Sie antwortete: "Ja. Ich konnte meine Entscheidung nicht ganz treffen. Es gibt so viele Wunder." Die Lehrerin sagte:
"Nun, teilen Sie uns das mit, was Sie bisher haben und vielleicht können wir ja helfen." Die junge Frau zögerte zuerst und las dann vor. Für mich sind das die Sieben Weltwunder:

1. Sehen
2. Hören
3. sich Berühren
4. Riechen
5. Fühlen
6. Lachen und
7. Lieben

Im Zimmer wurde es ganz still. Diese alltäglichen Dinge, die wir als selbstverständlich betrachten und oft gar nicht realisieren, sind wirklich wunderbar. Die kostbarsten Sachen im Leben sind jene, die nicht gekauft und nicht hergestellt werden können.
Beachte es, genieße es, lebe es und gib es weiter.
(Autor unbekannt)


Ich Danke Allen  
Ich danke Allen,
die meine Träume belächelt haben;
Sie haben meine Phantasie beflügelt.

Ich danke Allen,
die mich in ihr Schema pressen wollten;
Sie haben mich den Wert der Freiheit gelehrt.

Ich danke Allen,
die mich belogen haben;
Sie haben mir die Kraft der Wahrheit gezeigt.

Ich danke Allen,
die nicht an mich geglaubt haben;
Sie haben mir zugemutet, Berge zu versetzen.

Ich danke Allen,
die mich abgeschrieben haben;
Sie haben meinen Mut geweckt.

Ich danke Allen,
die mich verlassen haben;
Sie haben mir Raum gegeben für Neues.

Ich danke Allen,
die mich verraten und missbraucht haben;
Sie haben mich wachsam werden lassen.

Ich danke Allen,
die mich verletzt haben;
Sie haben mich gelehrt, im Schmerz zu wachsen.

Ich danke Allen,
die meinen Frieden gestört haben;
Sie haben mich stark gemacht, dafür einzutreten.

Vor allem aber danke ich all jenen,
die mich lieben, so wie ich bin;
Sie geben mir die Kraft zum Leben!
(Paulo Coelho) 


                                                            
Es war einmal ein kleiner weißer Baumwollfaden ... 
der hatte ganz viel Angst, dass er so wie er war, zu nichts nutze sei.
Ganz verzweifelt dachte er immer wieder: „Ich bin nicht gut genug, ich tauge zu nichts. Für einen Pullover bin ich viel zu kurz. Selbst für einen winzig kleinen Puppenpullover tauge ich nichts! Für ein Schiffstau bin ich viel zu schwach. Nicht mal ein Hüpfseil kann ich aus mir machen lassen! Mich an andere kräftige, dicke, lange Fäden anknüpfen kann ich nicht, die lachen doch sowieso über mich. Für eine Stickerei eigne ich mich auch nicht, dazu bin ich zu blass und zu farblos. Ja, wenn ich aus Goldgarn wäre, dann könnte ich eine Stola verzieren oder ein Kleid… Aber so?! Ich bin zu gar nichts nütze. Was kann ich schon? Niemand braucht mich. Keiner beachtet mich. Es mag mich sowieso niemand.“

So sprach der kleine weiße Baumwollfaden mit sich – Tag für Tag. Er zog sich ganz zurück, hörte sich traurige Musik an und weinte viel. Er gab sich ganz seinem Selbstmitleid hin.

Eines Tages klopfte seine neue Nachbarin an der Tür: ein kleines weißes Klümpchen Wachs. Das Wachsklümpchen wollte sich bei dem Baumwollfaden vorstellen. Als es sah, wie traurig der kleine weiße Baumwollfaden war und sich den Grund dafür erzählen ließ, sagte es: „Lass dich doch nicht so hängen, du schöner, kleiner, weißer Baumwollfaden. Mir kommt da so eine Idee: wir beide sollten uns zusammen tun! Für eine Kerze am Weihnachtsbaum bin ich zu wenig Wachs und du als Docht zu klein, doch für ein Teelicht reicht es allemal. Es ist doch viel besser, ein kleines Licht anzuzünden, als immer nur über die Dunkelheit zu klagen!“
Da war der kleine weiße Baumwollfaden ganz glücklich und tat sich mit dem kleinen weißen Klümpchen Wachs zusammen und sagte: „Endlich hat mein Dasein einen Sinn.“

Wer weiß, vielleicht gibt es in der Welt noch viele kleine weiße Baumwollfäden und viele kleine weiße Wachsklümpchen, die sich zusammentun könnten, um der Welt zu leuchten?!
( Autor unbekannt)


„Ich bat die Göttin ...“         
Ich bat die Göttin um Stärke.
Und sie gab mir Herausforderungen,
damit ich meine Stärke finden konnte.

Ich bat die Göttin um Weisheit.
Und sie gab mir Probleme, die ich lösen musste.

Ich bat sie um Reichtum.
Und sie gab mir Verstand und Muskelkraft, um zu arbeiten.

Ich bat die Göttin um Mut.
Und sie stellte mir Gefahren in den Weg, die ich überwinden musste.

Ich bat sie um Liebe.
Und sie sandte mir schwierige Menschen, denen ich helfen konnte.

Ich bat die Göttin um Gefälligkeiten.
Und die Göttin gab mir Möglichkeiten.

Ich erhielt nichts von dem was ich wollte …
und erhielt alles was ich brauchte !
(Altes Keltisches Gedicht)



Um den Wert eines Jahres zu erfahren ... 
frag einen Studenten, der gerade im Schlussexamen durch gefallen ist.

Um den Wert eines Monats heraus zu finden,
frag eine Mutter, die ihr Kind zu früh zur Welt gebracht hat.

Um den Wert einer Woche zu erfahren,
frag den Herausgeber einer Wochenzeitung.

Um den Wert einer Stunde heraus zu finden,
frage die Verlobten, die darauf warten, sich wieder zu sehen.

Um den Wert einer Sekunde zu erfahren,
So frage jemanden der einen Unfall überlebt hat.

Die Zeit wartet auf niemanden.
Sammle jeden Moment, der dir bleibt, denn er ist unendlich kostbar!
(Autorin Ruth Hasse)


Großmutters Bleistift
Erstaunt sah der Junge zu, wie seine Großmutter einen Brief mit Bleistift schrieb. "Warum benutz du keinen Kugelschreiber oder Computer? Das geht doch viel einfacher und schneller!« Die Großmutter hielt inne mit einem Lächeln und sagte: "Wahrscheinlich hast du recht. Aber darauf kommt es mir nicht an. Entscheiden ist für mich der Bleistift!« Das verwunderte den Jungen noch mehr, denn er konnte nichts ungewöhnliches an dem Bleistift entdecken. "Mit einem Bleistift" fuhr sie Großmutter fort, "schreibe ich wohl etwas langsamer, aber ich habe dabei auch wichtige Dinge für das eigene Leben entdeckt! Wenn du genau hinschaust, hat ein Bleistift interessante Eigenschaften, die auch dir sehr nützlich sein könnten!« Was soll man von einem Bleistift lernen können? 

Etwas ungläubig schaute der Junge seine Großmutter an und wartete auf die Erklärung. "fünf Eigenschaften fallen mir ein" begann sie nach kurzem Nachdenken.

1. Mit einem Bleistift kannst du nur ordentlich schreiben, wenn du ihn richtig in der Hand hältst. Genauso wird es im Leben auf die richtige Haltung ankommen. Vieles gelingt in schwierigen Zeiten nur, wenn du dich richtig gehalten fühlst.

2. Wenn du den Bleistift fest auf das Papier drückst, bricht die Spitze ab. Du musst das Schreiben unterbrechen und den Anspitzer benutzen. Der Stift bekommt eine neue Spitze, aber er wird etwas kürzer sein. Es wird in deinem Leben nicht alles nach Wunsch funktionieren. Es kann sein, dass etwas schief läuft und du musst dein gewohntes Tun abbrechen und erneut anfangen. Das kann Verlust und schmerzliche Erfahrungen mit sich bringen.

3. Du siehst, dass mein Bleistift mit einem kleinen Radiergummi ausgestattet ist. Wenn ich mich verschreibe, kann ich es schnell ausradieren und verbessern. Du und ich wir machen bestimmt nicht alles richtig im Leben. Wie gut also, wenn wir Fehler zugeben und verbessern dürfen.

4. Worauf es beim Bleistift ankommt, ist nicht das Holz, seine Farbe oder seine äußere Form, sondern die Bleistiftmine, die in ihm steckt, denn nur damit kannst du etwas aufschreiben oder zeichnen. Achte also darauf, dass für dich nicht das äußerlich Sichtbare das Wichtigste ist, sondern das, was in dir steckt.

5. schließlich hinterlässt der Bleistift Spuren. Du solltest wissen, dass alles, was du in deinem Leben tust, ebenfalls Spuren hinterlässt


Die Stille
Ein einsamer Mönch bekam eines Tages Besuch von einigen Menschen. Neugierig fragten sie ihn, welchen Nutzen ein Leben in und aus der Stille habe.
Der Mönch, der gerade einen Eimer Wasser aus einem tiefen Brunnen holte, hielt inne und sagte: "Sehen Sie doch einmal in den Brunnen hinein. Was sehen Sie da?"
Die Menschen spähten zum Wasser und sagten: "Wir sehen rein gar nichts."

Einige Zeit später wiederholte der Mönch seine Frage. "Sehen Sie noch einmal in den Brunnen. Was sehen Sie?"
Die Menschen sahen noch einmal in den Brunnen und sagten aufgeregt:
"Wir können in der Spiegelung des Wassers uns selbst sehen!". "Das ist die Kraft der Stille", erklärte der Mönch. "Ich war gerade dabei, Wasser aus dem Brunnen zu ziehen, daher war das Wasser aufgewühlt. Jetzt ist es ruhig und Sie können sich selbst erkennen. Die Stille sorgt dafür, dass Sie sich selbst sehen können. Aber bleiben Sie noch einen Moment hier und warten Sie."

Einige Zeit später sagte der Mönch wieder: "Sehen Sie nun noch einmal in den Brunnen. Was sehen Sie jetzt?" Die Besucher spähten in den Brunnen und riefen: "Jetzt sehen wir die Steine auf dem Boden des Brunnens!" "Richtig", bestätigte ihnen der Mönch, "wenn Sie nur lange genug warten und voll und ganz in der Stille aufgehen, erkennen Sie den Grund aller Dinge."



Die kleine Palme
Eine kleine Palme wuchs kräftig am Rande einer Oase. Eines Tages kam ein Mann vorbei. Er sah die kleine Palme und konnte es nicht ertragen, dass sie so prächtig wuchs. Der Mann nahm einen schweren Stein und hob ihn in die Krone der Palme. Schadenfroh lachend suchte er wieder das Weite. Die kleine Palme versuchte, den Stein abzuschütteln. Aber es gelang ihr nicht. Sie war verzweifelt. Da sie den Stein nicht aus ihrer Krone bekam, blieb ihr nichts anderes übrig als mit ihren Wurzeln immer tiefer in die Erde vorzudringen, um besseren Halt zu finden und nicht unter der Last zusammenzubrechen. 

Schließlich kam sie mit ihren Wurzeln bis zum Grundwasser und trotz der Last in der Krone wuchs sie zur kräftigsten Palme der Oase heran. Nach mehreren Jahren kam der Mann und wollte in seiner Schadenfreude sehen, wie wohl verkrüppelt die Palme gewachsen sei, sollte es sie überhaupt noch geben. Aber er fand keinen verkrüppelten Baum. Plötzlich bog sich die größte und kräftigste Palme der Oase zu ihm herunter und sagte: „Danke für den Stein, den du mir damals in die Krone gelegt hast. Deine Last hat mich stark gemacht!“  (Afrikanisches Märchen)


Die Frösche und die Lektion Nr. 1 fürs Leben
Es war einmal eine Gruppe von Fröschen, die einen Wettlauf machen wollten. Ihr Ziel war es, die Spitze eines hohen Turmes zu erreichen. Viele Zuschauer hatten sich bereits versammelt, um diesen Wettlauf zu sehen und sie anzufeuern. Das Rennen konnte beginnen. Ehrlich gesagt, von den Zuschauern glaubte niemand so recht daran, dass es möglich sei, dass die Frösche diesen hohen Gipfel erreichen konnten.

Alles, was man hören konnte, waren Aussprüche wie: „ Ach wie anstrengend!!! Die werden sicher nie ankommen“, oder, „ Das können sie gar nicht schaffen, der Turm ist viel zu hoch“. Die Frösche begannen, zu resignieren, ... außer einem, der kraftvoll weiter kletterte. Die Frösche riefen weiter: „ Das ist viel zu anstrengend!!! Das kann niemand schaffen. Immer mehr Frösche verließ die Kraft und gaben auf.

Aber der eine Frosch kletterte immer noch weiter. Er wollte nicht aufgeben. Am Ende hatten alle aufgehört weiter zu klettern, außer diesem einen Frosch, der mit enormem Kraftaufwand als Einziger den Gipfel des Turmes erreichte! Jetzt wollten die anderen Mitstreiter natürlich wissen, wie er das denn schaffen konnte! Einer von ihnen ging auf ihn zu, um ihn zu fragen, wie er es geschafft hatte, diese enorme Leistung zu vollbringen und bis ans Ziel zu kommen. Es stellte sich heraus...Der Gewinner war TAUB!!!

Und die Moral der Geschichte: Höre niemals auf Leute, die die schlechte Angewohnheit haben, immer negativ und pessimistisch zu sein...denn, sie stehlen Dir Deine schönsten Wünsche und Hoffnungen, die DU in Deinem Herzen trägst!

Denke immer an die Macht der Worte, denn alles, was du hörst und liest, beeinflusst Dich in Deinem Tun! Daher: Sei immer Positiv und vor allem: sei einfach TAUB, wenn jemand Dir sagt, dass DU Deine Träume nicht realisieren kannst! Denke immer daran:
Auch DU kannst es schaffen !



EIN ZWEITES MAL         
Könnte ich mein Leben noch einmal von vorn beginnen, würde ich versuchen, mehr Fehler zu machen.
Ich würde alberner sein, würde ganz locker werden, nur noch ganz wenige Dinge ernstnehmen.
Ich würde entschieden verrückter sein und weniger reinlich.
Ich würde mehr Gelegenheiten beim Schopf ergreifen
und öfters auf Reisen gehn.

Ich würde mehr Berge ersteigen,
mehr Flüsse durchschwimmen und
mehr Sonnenaufgänge auf mich wirken lassen.
Ich würde mehr Schuhsohlen durchlaufen,
mehr Eis und weniger Bohnen essen.

Ich würde mehr echte Probleme und weniger eingebildete Nöte haben. Nun, ich habe meine verrückten Augenblicke,
aber wenn ich noch einmal von vorn anfangen könnte,
würde ich mehr verrückte Augenblicke haben - genau gesagt:
Augenblicke, einen nach dem anderen,
und nichts mehr von Plänen zehn Jahre voraus.
(Jorge Luis Borges)


WAS DIE SEELE BRAUCHT               
Sie braucht einen Platz,
auf dem sie steht -
Sie braucht einen Freund,
der mit ihr geht.

Sie braucht ein Tun,
das sie täglich erfreut -
Sie braucht die Stille, Besinnlichkeit.

Sie braucht Musik, die empor sie hebt -
Sie braucht Freude, solang´ sie hier lebt.

Sie braucht den Fortschritt, das Wachstum, den Geist -
Sie braucht ein Lied, das Vollkommenheit heißt.

Sie braucht der Liebe wärmendes Kleid -
Sie braucht den Frieden, die Heiterkeit.

Sie braucht eine Zeit, die dem Schöpfer sie weiht -
Zum Horchen und Ahnen der Ewigkeit.
(Unbekannter Verfasser)




NIMM DIR ZEIT, DEN DUFT DER ROSEN ZU GENIESSEN 
Nimm dir Zeit zum Denken,
es ist die Quelle der Kraft.
Nimm dir Zeit für die Arbeit,
denn dies ist der Preis des Erfolges.

Nimm dir Zeit zum Spielen,
dies ist das Geheimnis der Jugend.
Nimm dir Zeit zum Lesen,
dies ist die Grundlage des Wissens.

Nimm dir Zeit für die Andacht,
das wäscht den irdischen Staub von deinen Augen.
Nimm dir Zeit zum Träumen,
dies ist der Weg zu den Sternen.

Nimm dir Zeit zum Lachen,
das hilft, die Bürden des Lebens zu tragen.
Nimm dir Zeit für die Liebe,
sie ist der wahre Reichtum des Lebens.

Nimm dir Zeit, dich umzuschauen, der Tag ist zu kurz,
um selbstsüchtig zu sein. Nimm dir Zeit, um mit Freunden zusammenzusein und ihnen zu helfen, dies ist die Quelle des Glücks. Zeit ist das begrenzteste Mittel, das du zur Verfügung hast.
Deshalb nimm dir Zeit, den Duft der Rosen zu genießen.
(Aus Irland)



Die Insel der Gefühle                             
Vor sehr langer Zeit gab es einmal eine wunderschöne kleine Insel.
Auf dieser Insel waren alle Gefühle der Menschen zu Hause: der Humor, die gute Laune, die Traurigkeit, die Einsamkeit, das Glück, das Wissen und all die vielen anderen Gefühle. Und natürlich auch die Liebe.

Eines Tages wurde den Gefühlen überraschend mitgeteilt, dass die Insel bald sinken würde.
Also bauten alle Gefühle Schiffe, um die Insel zu verlassen.
Nur die Liebe wollte bis zum letzten Augenblick warten, denn sie hing sehr an der schönen kleinen Insel.

Dann begann die Insel langsam zu sinken. Die Liebe bat die anderen Gefühle um Hilfe.
Als der Reichtum mit seinem sehr luxuriösen Schiff die Insel verließ, fragte ihn die Liebe: „Reichtum, kannst du mich bitte mitnehmen?”
„Nein, kann ich nicht. Auf meinem Schiff habe ich sehr viele Edelsteine, Gold und Diamanten. Da ist kein Platz mehr für dich.”

Also fragte die Liebe den Stolz, der auf seinem wunderbaren Schiff vorbeikam. „Stolz, kannst du mich mitnehmen?”
„Ich kann dich nicht mitnehmen, Liebe”, antwortete der Stolz, „hier ist alles perfekt und du könntest mein schönes Schiff beschädigen.”
Dann fragte die Liebe die Traurigkeit: „Bitte Traurigkeit, nimm du mich mit.”
„Oh Liebe”, sagte die Traurigkeit, „ich bin so traurig, dass ich allein bleiben muss.”

Als die gute Laune vorbeikam, war diese so zufrieden und ausgelassen, dass sie nicht einmal hörte, dass die Liebe ihr zurief.
Plötzlich aber rief eine Stimme: „Komm Liebe, ich nehme dich mit.”

Die Liebe war so dankbar und so glücklich, dass sie ganz und gar vergaß, ihren Retter nach seinem Namen zu fragen.
Später fragte die Liebe das Wissen: „Wissen, kannst du mir vielleicht verraten, wer mich da auf seinem Schiff mitgenommen hat?”

„Ja sicher”, antwortete das Wissen, „das war die Zeit.”
„Die Zeit?” fragte die Liebe erstaunt. „Warum hat mir die Zeit geholfen?” Und das Wissen antwortete: „Weil nur die Zeit versteht, wie wichtig die Liebe im Leben ist.”


Vater mit Sohn und dem Esel
Ein Vater zog mit seinem Sohn und einem Esel in der Mittagshitze durch die staubigen Gassen. Der Sohn führte, und der Vater saß auf dem Esel.
“Der arme kleine Junge”, sagte ein vorbeigehender Mann. “Seine kurzen Beine versuchen, mit dem Tempo des Esels Schritt zu halten. Wie kann man nur so faul auf dem Esel sitzen, wenn man sieht, dass das Kind sich müde läuft?”
Der Vater nahm sich dies zu Herzen, stieg hinter der nächsten Ecke ab und ließ den Jungen aufsitzen.

Es dauerte nicht lange, da erhob schon wieder ein Vorübergehender seine Stimme: “So eine Unverschämtheit! Sitzt doch der kleine Bengel wie ein König auf dem Esel, während sein armer, alter Vater nebenherläuft.”
Dies tat nun dem Jungen leid, und er bat seinen Vater, sich mit ihm auf den Esel zu setzen.
“Ja, gibt es denn so was?”, sagte eine alte Frau. “So eine Tierquälerei!

Dem armen Esel hängt der Rücken durch, und der junge und der alte Nichtsnutz ruhen sich auf ihm aus. Der arme Esel!”
Vater und Sohn sahen sich an, stiegen beide vom Esel herunter und gingen neben dem Esel her. Dann begegnete ihnen ein Mann, der sich über sie lustig machte: “Wie kann man bloß so dumm sein? Wofür hat man einen Esel, wenn er einen nicht tragen kann?”

Der Vater gab dem Esel zu trinken und legte dann die Hand auf die Schulter seines Sohnes. “Egal, was wir machen”, sagte er, “es gibt immer jemanden, der damit nicht einverstanden ist. Ab jetzt tun wir das, was wir selber für richtig halten!” Der Sohn nickte zustimmend.
(aus “Der Kaufmann und der Papagei" von Nossrat Peseschkian)



Der Diamant     
Ein weiser Mann kam auf seiner Wanderung an den Rand eines kleinen Dorfes in den Bergen.
Bei Einbruch der Dämmerung liess er sich unter einem grossen Baum nieder, um dort die Nacht zu verbringen. Plötzlich kam ein ganz aufgeregter Dorfbewohner zu ihm gerannt und rief: "Der Stein! Der Stein! Gib mir den kostbaren Stein!"
"Welchen Stein?", fragte der Weise verwundert.

"Letzte Nacht schickte Gott mir einen Traum", sagte der aufgeregte Mann aus dem Dorf, wobei sich seine Stimme fast überschlug. "Er offenbarte mir, ich würde bei Einbruch der Dunkelheit am Rande des Dorfes einen weisen Mann finden. Der würde mir einen kostbaren Stein geben und damit hätte ich für immer ausgesorgt."
Daraufhin durchwühlte der weise Mann seinen Sack und zog einen grossen Stein hervor.

"Wahrscheinlich meinte er diesen hier", sagte er, während er dem Dorfbewohner den Stein reichte. "Ich fand ihn vor ein paar Tagen auf dem Weg durch den Wald. Du kannst ihn natürlich haben."

Aufgeregt betrachtete der Mann den Stein und konnte es kaum glauben. Was da in seiner Hand lag, war ein kostbarer Diamant. Wahrscheinlich der grösste Diamant der Welt, denn er war fast so gross wie ein menschlicher Kopf. Er steckte den Stein in seine Tasche und ging hocherfreut ins Dorf zurück. Aber in der Nacht wälzte sich der Mann in seinem Bett. Er konnte kein Auge zutun.
Am nächsten Morgen ging er noch vor Sonnenaufgang zu dem Baum, unter dem der weise Mann noch schlief.

Er weckte ihn und bat flehend: "Gib mir den Reichtum, der es dir ermöglicht hat, diesen kostbaren Diamanten so leichten Herzens wegzugeben."



DAS BAND DER EINTRACHT                 
Ein Vater hatte sieben Söhne, die oft uneins waren. Über dem Zanken und Streiten versäumten sie ihre Arbeit. Ja, einige böse Menschen hatten im Sinne, diese Uneinigkeit zu benutzen, um die Söhne nach dem Tode des Vaters um ihr Erbteil zu bringen.
Da ließ der alte Mann alle sieben Söhne zusammenkommen, legte ihnen sieben Stäbe vor, die fest zusammengebunden waren und sagte: „Dem von euch, der dieses Bündel Stäbe zerbricht, zahle ich hundert große Taler.“

Einer nach dem anderen strengte alle seine Kräfte an, doch jeder sagte nach langem vergeblichen Bemühen: „Es ist nicht möglich.“
„Und doch“, sagte der Vater, „ist nichts leichter!“
Er löste das Bündel auf und zerbrach einen Stab nach dem anderen mit geringer Mühe. „Ei“, riefen die Söhne, „so ist es freilich leicht, so könnte es ein kleiner Knabe!“

Der Vater aber sprach: „Wie es mit diesen Stäben ist, so ist es auch mit euch, meine Söhne. Solange ihr fest zusammenhaltet, werdet ihr bestehen und niemand wird euch überwältigen können. Wird aber das Band der Eintracht, das euch verbinden soll, aufgelöst, so geht es euch wie den Stäben, die hier zerbrochen auf dem Boden liegen.“


Drei Söhne
Drei Frauen kommen an einen Brunnen, um Wasser zu schöpfen. Sie erzählen von ihren drei Söhnen.
„Meinen Sohn solltet ihr singen hören“, sagte die erste, „das tönt so schön, als wenn eine Nachtigall singen würde.“
Die zweite sagte: „Mein Sohn ist stark und schnell. Er schleudert einen Stein fast bis zu den Wolken und fängt ihn wieder auf.
Die dritte schweigt. Da fragten die anderen: “Und dein Sohn?“
„Was soll ich erzählen“, sagt sie, „mein Sohn ist ein junger Bursche wie andere auch.“

Nun machten sich die drei Frauen auf den Heimweg. Die Sonne brennt, der Wassereimer wird schwer. Da kommen den drei Frauen deren drei Söhne entgegen. Der erste singt so schön wie eine Nachtigall, der zweite schleudert Steine in die Luft und fängt sie wieder. Der dritte aber läuft zu seiner Mutter und nimmt ihr den Eimer ab.

Ein alter Mann neben dem Brunnen hat alles mit angesehen. Eine der drei Frauen fragt ihn: „Nun, was sagst du zu unseren drei Söhnen?“
„Drei Söhne?“, fragte der Alte, „Ich sehe nur einen!“
(Leo. N. Tolstoi)


Ubuntu
Ein Anthropologe bot Kindern eines afrikanischen Stammes ein neues Spiel an.
Er stellte einen Korb voller Obst in der Nähe eines Baumes und sagte ihnen, wer zuerst dort ist, gewinnt die süßen Früchte.
Als er ihnen das Startsignal gab, liefen sie alle zusammen und nahmen sich gegenseitig an den Händen, setzte sich dann zusammen hin und genossen ihre Leckereien.

Als er sie fragte, weshalb sie so gelaufen sind, wo doch jeder die Chance hatte, die Früchte für sich selbst zu gewinnen, sagten sie: „Ubuntu, wie kann einer von uns froh sein, wenn all die anderen traurig sind?“
Ubuntu in der Xhosa-Kultur bedeutet:
„Ich bin, weil du bist, und ich kann nur sein, wenn du bist.“
(Aus Afrika)




„Das Wunderkästchen“
Es war einmal eine Krämersfrau, die mit ihrem Geschäft kein Glück mehr hatte. Ihr Laden verlotterte immer mehr, die Kunden kauften immer seltener bei ihr ein und sie musste zusehen, wie ihr Vermögen unaufhaltsam schrumpfte.
So ging sie eines Tages zu dem alten Dorfweisen und erzählte ihm von ihrem Kummer: »Die Zeiten sind schlecht, mein Geschäft leidet. Kannst du mir denn nicht helfen?«

Der weise Mann gab ihr ein kleines, verschlossenes Kästchen und erklärte ihr:
»Du musst dieses Kästchen jeden Morgen, Mittag und Abend herumtragen.
Im Laden, im Keller und in jedem Winkel des Hauses, zudem noch rund um dein Anwesen. Dann wird es dir schon wieder besser gehen. Bring mir aber das Kästchen in einem Jahr wieder zurück.
«Die Frau befolgte gewissenhaft den Rat des Dorfweisen und trug das Kästchen fleißig umher. Dabei entdeckte und sah sie vieles, was sie gar nicht mehr wahrgenommen hatte. So fegte sie Staub samt Spinnweben aus allen Ecken und putzte Böden, Fenster und den Eingang.

Regale wurden abgeschliffen, mit neuer Farbe versehen und ordentlich eingeräumt. Kaputte Dinge ließ sie reparieren sowie den verschlissenen Teppich ersetzen.
Den Garten befreite sie von Unkraut, sodass selbst der vergessene Rosenstrauch wieder erblühte. Vor dem Laden stellte sie eine gemütliche Gartenbank auf und schmückte den Eingang mit Blumentöpfen.

Als das Jahr vorüber war, brachte sie dem weisen Mann das Kästchen zurück und sprach: »Hab vielen herzlichen Dank, guter Mann. Dein Kästchen hat mir sehr geholfen. Bei mir ist der Wohlstand eingezogen. Die Kunden kaufen wieder bei mir ein und mein Haus und Geschäft sind gut bestellt.
Doch sag mir, was ist in deinem Zauberkästchen, dass dies solche Wunder vollbringen kann?«
Da lächelte der Mann und sagte:
»Das Kästchen war leer. Das Wunder hast du selbst vollbracht.«


Die Versammlung
Bei einer Vollversammlung der Tiere war der menschliche Raubbau das zentrale Thema.
„Mir nehmen sie fast alles“ sagte die Kuh.
„Die Milch, das Fleisch und selbst die Haut.“
Die Henne rief: „Mir nehmen sie die Eier weg und schließlich muss ich in den Topf.“
„Von mir nehmen sie das Fleisch und meine schöne Haut“, beklagte sich das Schwein.
Die Kanarienvögel trauerten lautstark um ihre verlorene Freiheit.

Ja, alle hatten etwas zu beklagen:
Die Hasen, die Vögel, die Fische , die Wale, die Leoparden und die Elefanten..
Endlich ließ sich die leise Stimme einer Schnecke vernehmen:
„Was ich habe, würden mir die Menschen sofort wegnehmen, wenn sie könnten. Was ich habe, fehlt ihnen zu ihrem Wohlergehen am meisten. Ich habe ZEIT.“


DIE KAROTTE, DAS EI UND DIE KAFFEEBOHNEN
Eine Tochter beklagt sich bei ihrer Mutter darüber, dass das Leben so schwer sei und sie nicht wisse, wie sie damit klarkommen solle.Die Mutter nimmt ihre Tochter mit in die Küche.
Sie füllt drei Töpfe mit Wasser, stellt sie auf den Herd und erhitzt das Wasser. In den einen Topf gibt sie Karotten, in den anderen Eier und in den dritten Kaffeebohnen. Nach einigen Minuten schüttet sie die Karotten in eine Schüssel, legt die Eier auf einen Teller und schüttet den Kaffe in eine Tasse.

"Was siehst du?", fragt die Mutter ihre Tochter."Karotten, Eier und Kaffee", antwortet diese.
Die Mutter bittet die Tochter, die Karotten in die Hand zu nehmen. Sie waren ganz weich. Sie bittet sie, die Eier zu schälen und diese waren innen hart. Und sie bittet ihre Tochter den Kaffee zu probieren, der sehr aromatisch war.

"Was soll das?", fragt die Tochter.
Die Mutter antwortet: „Die Karotten, Eier und die Kaffeebohnen waren alle dem gleichen Einfluss, dem heißen Wasser, ausgesetzt. Alle 3 haben jedoch unterschiedlich darauf reagiert. Die Karotten waren erst hart, danach weich. Die Eier waren erst zerbrechlich und innen weich, danach waren sie innen hart. Die Kaffeebohnen haben sich aufgelöst und das Wasser in Kaffee verwandelt.“
"Was bist du, wenn Probleme an deine Tür klopfen, eine Karotte, ein Ei oder eine Kaffeebohne? Wie reagierst du?", fragt die Mutter ihre Tochter.

"Bist du eine Karotte, die stark zu sein scheint, wenn sie jedoch mit Problemen in Berührung kommt, weich wird und ihre Stärke verliert?Bist du ein Ei mit einem weichen Herz, das versteinert und hart wird, wenn du auf Probleme stößt? Oder bist du eine Kaffeebohne, die das heiße Wasser in Kaffee verwandelt, d.h. das Problem als Chance sieht, etwas Neues daraus entstehen zu lassen?«
(Quelle unbekannt)


Wer bist du?
Es war einmal eine Frau, die schwer erkrankt war und im Koma lag. Die Zeit verstrich, ohne dass sie wieder zu sich kam. Auf einmal erschien es ihr so, als sei sie nun tot, als befände sie sich im Himmel und stände nun vor einem Richterstuhl.

„Wer bist du?" fragte  eine Stimme.
„Ich bin die Frau des Bürgermeisters" antwortete die Frau.
„Ich habe nicht gefragt, wessen Ehefrau du bist, sondern, wer du bist."

„Ich bin Mutter von vier Kindern." entgegnete die Frau.
„Ich habe dich nicht gefragt, wessen Mutter du bist, sondern wer du bist."

„Ich bin Lehrerin." gab die Frau zur Antwort und ihre Stimme schwankte etwas.
„Ich habe auch nicht nach deinem Beruf gefragt, sondern wer du bist."

„Ich bin Christin." sagte die Frau, nun schon ziemlich ratlos.
„Ich habe dich nicht nach deiner Religion gefragt, sondern wer du bist."

Und so ging es immer weiter. Alles, was die Frau erwiderte, schien keine befriedigende Antwort auf die Frage „Wer bist du?" zu sein.
Die Frau war aber keineswegs tot, sondern erwachte wenig später aus dem Koma. Zum Erstaunen aller wurde sie wieder gesund.

Sie beschloss nun, der Frage „Wer bist du?" auf den Grund zu gehen und auf die Suche zu gehen, herauszufinden, wer sie wirklich war.
(nach Anthony de Mello)



DER WERT
In einer Schulklasse hält ein Lehrer einen 20€ Schein in die Luft und fragt: „Wer will ihn haben?"
Alle Hände gehen hoch.
Jetzt zerknittert der Lehrer den Schein und fragt:
"Wer will diesen Schein immer noch?"

Wieder heben alle die Hände.
Der Lehrer wirft den zerknüllten Geldschein auf den Boden, trampelt darauf rum und fragt:
„Wer will ihn denn jetzt noch haben?"
Ohne zu zögern heben alle Schüler die Hände.

Dann sagt der Lehrer: „Ihr habt gerade eine wichtige Lektion gelernt! Egal was ich mit diesem 20€-Schein tue, Ihr wollt ihn trotzdem haben, weil sein Wert sich nicht verändert. Er ist immer 20 Euro wert.

Und jetzt komme ich zu EUCH :
Wenn Ihr in eurem Leben verzweifelt seid und von manchen Menschen weggestoßen werdet, so dass Ihr mitunter das Gefühl habt, nichts wert zu sein, dann denkt an unseren 20-Euroschein und macht Euch bewusst: Egal, welche Niederlagen Ihr erleben müsst, und wie viele Menschen Euch von sich stoßen, Ihr behaltet Euren Wert.“



Der bessere Weg
Ein kleiner Junge, der auf Besuch bei seinem Großvater war, fand eine kleine Landschildkröte und ging gleich daran sie zu untersuchen. Im gleichen Moment zog sich die Schildkröte in ihren Panzer zurück und der Junge versuchte vergebens sie mit einem Stöckchen herauszuholen. Der Großvater hatte ihm zugesehen und hinderte ihn daran, das Tier weiter zu quälen. 

"Das ist falsch", sagte er, "komm' ich zeig' dir wie man das macht." 
Er nahm die Schildkröte mit ins Haus und setzte sie auf den warmen Kachelofen. In wenigen Minuten wurde das Tier warm, steckte seinen Kopf und seine Füße heraus und kroch auf den Jungen zu. 

"Menschen sind manchmal wie Schildkröten", sagte der Mann. "Versuche niemals jemanden zu zwingen. Wärme ihn nur mit etwas Güte auf und er wird seinen Panzer verlassen können." 


Die Geschichte von Wahnsinn und Liebe
Eines Tages entschloss sich der Wahnsinn, seine Freunde zu einer Party einzuladen.
Als sie alle beisammen waren, schlug die Lust vor, Verstecken zu spielen. 
"Verstecken? Was ist das?" fragte die Unwissenheit.
"Verstecken ist ein Spiel: einer zählt bis 100, der Rest versteckt sich und wird dann gesucht" erklärte die Schlauheit.
Alle willigten ein bis auf die Furcht und die Faulheit.
Der Wahnsinn war wahnsinnig begeistert und erklärte sich bereit zu zählen.
Das Durcheinander begann, denn jeder lief durch den Garten auf der Suche nach einem guten Versteck.
Die Sicherheit lief ins Nachbarhaus auf den Dachboden, man weiß ja nie.
Die Sorglosigkeit wählte das Erdbeerbeet.
Die Traurigkeit weinte einfach so drauf los.
Die Verzweiflung auch, denn sie wusste nicht, ob es besser war sich hinter oder vor der Mauer zu verstecken. 
"...98, 99, 100!" zählte der Wahnsinn.
"Ich komme euch jetzt suchen!"
Die erste, die gefunden wurde, war die Neugier, denn sie wollte wissen, wer als erster geschnappt wird und lehnte sich zu weit heraus aus ihrem Versteck.
Auch die Freude wurde schnell gefunden, denn man konnte ihr Kichern nicht überhören.
Mit der Zeit fand der Wahnsinn all seine Freunde und selbst die Sicherheit war wieder da. 
Doch dann fragte die Skepsis: "Wo ist denn die Liebe?"
Alle zuckten mit der Schulter, denn keiner hatte sie gesehen.
Also gingen sie suchen. Sie schauten unter Steinen, hinterm Regenbogen und auf den Bäumen.
Der Wahnsinn suchte in einem dornigen Gebüsch mit Hilfe eines Stöckchens.
Und plötzlich gab es einen Schrei! Es war die Liebe.
Der Wahnsinn hatte ihr aus Versehen das Auge rausgepiekst.
Er bat um Vergebung, flehte um Verzeihung und bot der Liebe an, sie für immer zu begleiten und ihre Sehkraft zu werden.
Die Liebe akzeptierte diese Entschuldigung natürlich. 
Seitdem ist die Liebe blind und wird vom Wahnsinn begleitet... 


Es liegt allein in Eurer Hand
In einem fernen Ort lebte ein alter weiser Mann. Er war beliebt im ganzen Land. Wann immer einer seiner Mitmenschen Sorgen hatte, ging er zu ihm, um Rat zu holen; denn der alte weise Mann konnte aus einer reichen Lebenserfahrung schöpfen und gab stets guten Rat.
Dies wiederum machte seine Mitbürger neidisch, die selbst gern für klug und weise gehalten worden wären. Sie beschlossen dem alten Mann eine Falle zu stellen. Aber wie? Nach längerem Nachdenken kam man auf folgende Idee:
Man wollte ein winziges Mäuslein fangen, es dem alten Mann in der geschlossenen Hand präsentieren und ihn fragen, was sich in der Hand befinde. Sollte der alte Mann die Frage wider Erwarten richtig beantworten, so würde er mit Sicherheit an einer weiteren Frage scheitern, nämlich der, ob es sich bei dem Mäuslein um ein lebendes oder um ein totes handele. Würde er nämlich sagen, es handele sich um ein lebendes, so könne man die Hand zudrücken und das Mäuslein sei tot. Würde er hingegen sagen, es handele sich um ein totes Mäuschen, so könne man die Hand öffnen und das Mäuschen herumlaufen lassen.

So vorbereitet, erschien man vor dem alten weisen Mann und fragte ihn wie beabsichtigt.
Nach wenigen Überlegungen antwortete der alte weise Mann auf die erste Frage: „Das was ihr in der Hand haltet, kann nur ein winziges Mäuslein sein.“
„Nun gut“, sagten die Neidischen, „da magst du recht haben, aber handelt es sich um ein lebendes oder um ein totes Mäuslein?“ Der alte weise Mann wiegte seinen Kopf eine Weile hin und her, dann schaute er seinen Mitbürgern in die Augen und sagte:
„Ob das, was ihr in der Hand habt, lebt oder tot ist, das liegt allein in eurer Hand.“
(Verfasser unbekannt) 


Jeder Mensch ist dazu bestimmt, zu leuchten!
"Unsere tiefgreifendste Angst ist nicht, dass wir ungenügend sind, 
unsere tiefgreifendste Angst ist, über das Meßbare hinaus kraftvoll zu sein.
Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, die uns am meisten Angst macht.
Wir fragen uns, wer ich bin, mich brillant, großartig, talentiert, phantastisch zu nennen?
Aber wer bist Du, Dich nicht so zu nennen?
Du bist ein Kind Gottes.
Dich selbst klein zu halten, dient nicht der Welt.
Es ist nichts Erleuchtetes daran, sich so klein zu machen, damit andere um Dich herum sich nicht unsicher fühlen.
Wir sind alle bestimmt, zu leuchten, wie es die Kinder tun.
Wir sind geboren worden, um den Glanz Gottes, der in uns ist, zu manifestieren.
Dieser Glanz ist nicht nur in einigen von uns, er ist in jedem einzelnen.
Und wenn wir unser Licht erstrahlen lassen, 
geben wir unbewusst anderen Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun.
Wenn wir uns von unserer Angst befreit haben, wird unsere Gegenwart ohne unser Zutun andere befreien." 
(Nelson Mandela, ehem. Staatspräsident Südafrika, Antrittsrede 1994)



Tempel mit tausend Spiegeln
In einem fernen Land gab es vor langer, langer Zeit einen Tempel mit tausend Spiegeln und eines Tages kam, wie es der Zufall so will, ein Hund des Weges. Der Hund bemerkte, dass das Tor zum Tempel der tausend Spiegel geöffnet war und vorsichtig und ängstlich öffnete er das Tor und ging in den Tempel hinein. Und Hunde wissen natürlich nicht, was Spiegel sind und was sie vermögen und nachdem er den Tempel betreten hatte, glaubte er sich von tausend Hunden umgeben. 

Und der Hund begann zu knurren und er sah auf die vielen Spiegeln und überall sah er einen Hund, der ebenfalls knurrte. Und er begann die Zähne zu fletschen und im selben Augenblick begannen die tausend Hunde die Zähne zu fletschen und der Hund bekam es mit der Angst zu tun. So etwas hatte er noch nie erlebt und voller Panik lief er, so schnell er konnte, aus dem Tempel hinaus. Dieses furchtbare Erlebnis hatte sich tief in das Gedächtnis des Hundes vergraben. Fortan hielt er es für erwiesen, daß ihm andere Hunde feindlich gesinnt sein mussten. Die Welt war für ihn ein bedrohlicher Ort und er ward von anderen Hunden gemieden und lebte verbittert bis ans Ende seiner Tage.

Die Zeit verging und wie es der Zufall so will, kam eines Tages ein anderer Hund des Weges. Der Hund bemerkte, dass das Tor zum Tempel der tausend Spiegel geöffnet war und neugierig und erwartungsvoll öffnete er das Tor und ging in den Tempel hinein. Und Hunde wissen natürlich nicht, was Spiegel sind und was sie vermögen und nachdem er den Tempel betreten hatte, glaubte er sich von tausend Hunden umgeben. Und der Hund begann zu lächeln und er sah auf die vielen Spiegeln und überall sah er einen Hund, der ebenfalls lächelte - so gut Hunde eben lächeln können. 

Und er begann vor Freude mit dem Schwanz zu wedeln und im selben Augenblick begannen die tausend Hunde mit ihrem Schwanz zu wedeln und der Hund wurde noch fröhlicher. So etwas hatte er noch nie erlebt und voller Freude blieb er, so lange er konnte, im Tempel und spielte mit den tausend Hunden. Dieses schöne Erlebnis hatte sich tief in das Gedächtnis des Hundes vergraben. Fortan sah er es als erwiesen an, dass ihm andere Hunde freundlich gesinnt waren. Die Welt war für ihn ein freundlicher Ort und er ward von anderen Hunden gern gesehen und lebte glücklich bis ans Ende seiner Tage.
(Fabel aus Indien)


Vier Kerzen
Am Adventskranz brannten vier Kerzen. Draußen lag Schnee und es war ganz still. So still, dass man hören konnte, wie die Kerzen miteinander zu reden begannen.
Die erste Kerze seufzte und sagte: "Ich heiße FRIEDEN. Mein Licht gibt Sicherheit, doch auf der Welt gibt es so viele Kriege. Die Menschen wollen mich nicht." Ihr Licht wurde kleiner und kleiner und verglomm schließlich ganz.

Die zweite Kerze flackerte und sagte: "Ich heiße GLAUBEN. Aber ich fühle mich überflüssig. Die Menschen glauben an gar nichts mehr. Was macht es für einen Sinn, ob ich brenne oder nicht?" Ein Luftzug wehte durch den Raum, und die zweite Kerze verlosch.

Leise und sehr zaghaft meldete sich nun die dritte Kerze zu Wort: "Ich heiße LIEBE. Mir fehlt die Kraft weiter zu brennen; Egoismus beherrscht die Welt. Die Menschen sehen nur sich selbst, und sie sind nicht bereit, einander glücklich zu machen." Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.

Da kam ein Kind ins Zimmer. Erstaunt schaute es die Kerzen an und sagte: "Warum brennt ihr nicht? Ihr sollt doch brennen und nicht aus sein." Betrübt ließ es den Blick über die drei verloschenen Kerzen schweifen.

Da meldete sich die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte: "Sei nicht traurig, mein Kind. So lange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen immer wieder anzünden. Ich heiße HOFFNUNG."

Mit einem kleinen Stück Holz nahm das Kind Licht von dieser Kerze und erweckte Frieden, Glauben und die Liebe wieder zu Leben.





Zwei reisende Engel
Zwei reisende Engel machten Halt, um die Nacht im Hause einer wohlhabenden Familie zu verbringen. Die Familie war unhöflich und verweigerte den Engeln im Gästezimmer des Haupthauses auszuruhen.
Anstelle dessen bekamen sie einen kleinen Platz im kalten Keller. Als sie sich auf dem harten Boden ausstreckten, sah der ältere Engel ein Loch in der Wand und reparierte es.

In der nächsten Nacht rasteten die beiden im Haus eines sehr armen, aber gastfreundlichen Bauern und seiner Frau. Nachdem sie das wenige Essen, das sie hatten, mit ihnen geteilt hatten, ließen sie die Engel sogar in ihrem Bett schlafen und übernachteten selber im Stall. 

Bei Sonnenaufgang fanden die Engel den Bauern und seine Frau in Tränen. Ihre Kuh, deren Milch ihr einziges Einkommen gewesen war, lag tot auf dem Feld. Der jüngere Engel wurde wütend und fragte den älteren Engel, wie er das habe geschehen lassen können? 

"Der erste Mann hatte alles, trotzdem halfst du ihm", meinte er anklagend. "Die zweite Familie hatte wenig, und du lässt die Kuh sterben." 
"Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen", sagte der ältere Engel. "Als wir im kalten Keller des Haupthauses ruhten, bemerkte ich, dass Gold in diesem Loch in der Wand steckte. Weil der Eigentümer so von Gier besessen war und sein glückliches Schicksal nicht teilen wollte, versiegelte ich die Wand, sodass er es nicht finden konnte. Als wir dann in der letzten Nacht im Bett des Bauern schliefen, kam der Engel des Todes, um seine Frau zu holen. Ich gab ihm die Kuh anstatt dessen. Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen." 
(Verfasser unbekannt)




HERZLICH WILLKOMMEN AUF MEINEM BLOG 
Hallo liebe Leute,
herzlich willkommen auf meinem Blog. Ich bin hauptberuflich im Sozialen Bereich beschäftigt und "nebenbei" als Blogger und You Tuber tätig. Mich interessiert alles, was mit Natur, Psychologie, Gesundheit, Spiritualität und persönlicher Entwicklung zu tun hat. Kurz - alles was irgendwie hilfreich und wohltuend für Menschen ist :-) 

Das sind auch die Themen meiner Videos und Artikel. Fühl dich herzlich eingeladen, da ein bisschen zu stöbern (unten die Info, wo du mich überall findest). Ich wünsche dir ganz viel Spaß und Inspiration!
Viele liebe Grüße von Ralf

Wenn Du mehr erfahren und lesen möchtest:

Meine Website (mit wundervollen Weisheitsgeschichten!):
http://kellmereit.simplesite.com/

Meine Netzwerke: Xing und Facebook 

Meine Playlist auf You Tube mit meinen eigenen Videos (hier sind meine Artikel mit berührenden Bildern und Musik unterlegt, wundervoll entspannend und ästhetisch): 


Impressum:
Ralf Kellmereit
General-Wever-Straße 105
30657 Hannover
Kontakt: heart-and-spirit@t-online.de

Achtung: Alle meine Artikel sind Urheberrechtsgeschützt !!!
Veröffentlichung nur mit meinem Einverständnis und Nennung des Autorennamens !!!



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